Adolf Friedrich Mascher wurde am 21.04.1826 in Veckernhagen geboren. Sein Vater starb als er erst 9 Jahre alt war, kein Wunder, dass er sehr an seiner Mutter hing.

Zunächst führte er eine kleine Landwirtschaft und einen Laden zusammen mit seiner Mutter. Bei einer Kirmes in Gottestreu lernte er Marie Catherine Louise Bruns kennen. Sie versprachen sich einander wollten aufeinander warten. Zu dieser Zeit soll Marie 14 Jahre alt gewesen sein. Adolf Friedrichhatte inzwischen eine Lehre zum Färber gemacht und war in den folgenden 10 Jahren auf Wanderschaft. Dabei zog er sich in Bayreuth eine schwere Blausäurevergiftung zu.

Nach seiner Rückkehr als Färbermeister lebte er zunächst in Lippoldsberg in einem kleinen Haus an der Weser/Schwülme und arbeitete als Färber und Wollkämmer. Nachdem er ein wenig Geld und „Hab & Gut“ besaß reiste er nach Oedelsheim und hielt um die Hand von Marie an. Sie hatte tatsächlich auf ihn gewartet und am 30. März 1856 wurde geheiratet.

Sie lebten zunächst in Oedelsheim und bekamen dort ihre ersten drei Kinder. Eines Tages kam der Bürgermeister von Lippoldsberg mit der Bitte zu ihm, er solle doch nach Lippoldsberg kommen. Der alte Färbermeister sei gestorben und er könne seine Stellung übernehmen. Er bot ihnen auch an, die alte Schule, die leer stand zu kaufen. Nach dem Hinweis von Adolf Friedrich, dass er nicht genug Geld für den Kauf besäße, wurde vereinbart, dass er sie mieten und eben das zahlen solle, was er könne. Hier bekamen sie die weiteren 17 Kinder.

Nachdem sie zum Glauben gekommen sind, haben sie die üblich Praxis, die Stoffe der Bauern am Sonntag zu färben, aufgegeben. Dies hatte für viele Diskussionen gesorgt, weil die Bauern jetzt zusätzlich zum Sonntag einen Tag in die Stadt kommen mussten, wurde aber letztendlich akzeptiert.

Marie Catherine war sehr geschäftstüchtig. Sie hatte alle Preise im Kopf und war eine gefürchtete  Gegnerin bei den Preisverhandlungen.  So hat sie, als wegen des Baus der Eisenbahnlinie (Nordbahn) viele Arbeiter aus Italien in der Gegend waren, diese mit Spaghetti verköstigt.

Dieser Geschäftssinn half der Familie auch, als nach der Einführung von billigen englischen Baumwallstoffen immer weniger Aufträge bei der Familie eingingen. Sie gründete einen Lebensmittel- und Kolonialwarenladen, mit dem sie die Familie über Wasser hielt.

Später begann sie dann auch den Bauern ihre überschüssige Milch abzukaufen und zu Käse zu verarbeiten. Die Käserei wurde später von ihrer Tochter Marie zusammen mit ihrem Mann Reinhold Zitzke weitergeführt und an die nächste Generation weitergegeben (Müller-Zitzke). Nach dem Niedergang der großen Käserei im späten 20. Jahrhundert produziert heute immer noch ein Nachfahre von Marie Catherina und Adolf Friedrich Mascher, wenn auch im kleineren Umfang, Käse in Bodenfelde.

Text: Stephan Mascher